Kloster und Kirche Dolishane
Das Kloster Doliskana ist ein georgisch-orthodoxes Kloster im Dorf Doliskana in der Region Klarceti des historischen Georgiens. Um das Kloster heute zu erreichen, fährt man etwa 3 Kilometer auf der Straße Şavşat–Artvin und gelangt anschließend in das Dorf Hamamlı.
In der Türkei ist das Kloster weithin unter dem Namen Dolishane-Kloster bekannt. Sein korrekter Name leitet sich jedoch vom georgischen Wort für Weizenfeld, „doli“, ab und lautet Doliskana. Das Kloster wurde in den 830er–840er Jahren gegründet, wird jedoch namentlich erst im Bericht von Giorgi Merchule erwähnt. Seinen Aufzeichnungen zufolge ist es möglich, dass das Kloster Doliskana erst nach dieser Zeit offiziell den Status eines Klosters erhielt, wenngleich hierzu widersprüchliche Quellen existieren.
Einer Theorie zufolge wurde das Kloster in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts gegründet, als die Kirche errichtet wurde. Leider sind nahezu alle Klostergebäude – mit Ausnahme der Hauptkirche – zerstört. Hinsichtlich der Widmung der Kirche bestehen zwei unterschiedliche Auffassungen: Sie soll entweder den Erzengeln oder dem Heiligen Stefan geweiht gewesen sein.
Die Kirche von Doliskana ist die Hauptkirche des Klosters Doliskana und zugleich das einzige erhaltene Bauwerk der Anlage. Die im 10. Jahrhundert errichtete, überkuppelte Kreuzkirche misst von außen etwa 20 × 14 Meter. Inschriften an der Südfront belegen, dass sie in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts von Bagrat erbaut und später von Sumbat I. von Georgien restauriert wurde.
Der zentrale Bereich der Kirche weist einen quadratischen Grundriss mit vier verlängerten Kreuzarmen auf. Der von der Kuppel überdeckte Raum erreicht in der Mitte eine Höhe von etwa 25 Metern. An der Ostseite befinden sich Pastophorienräume beiderseits einer halbrunden Apsis. Der Zugang zu diesen Räumen erfolgt über Türen an den äußeren Ostwänden und nicht vom Innenraum aus. Der westliche Kreuzarm wurde doppelt so tief in den Boden eingelassen wie die übrigen Arme. Die nördliche Kammer dieses westlichen Arms, die vermutlich als Weinlager oder Keller diente, war mit Erde gefüllt. Die Kirche besteht außen aus behauenen und roh belassenen Steinquadern, während im Inneren Bruchsteine verwendet wurden. An der Südwand befinden sich figurative, geometrische und florale Reliefverzierungen, von denen auch einige Wandmalereien erhalten geblieben sind.
Ein Relief an der Südwand zeigt eine männliche Figur, die ein Modell der Kirche in den Händen hält. An der südlichen Kreuzarmwand befand sich einst zudem ein Relief einer Sonnenuhr, das später entwendet wurde. Trotz dieser Verluste ist der Hauptteil der Kirche, der als Ort des Gottesdienstes und als Zentrum gemeinschaftlicher Aktivitäten diente, weitgehend erhalten geblieben und wurde bis 1998 als Moschee genutzt.
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