Gordion

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Gordion
Gordion, etwa 70 Kilometer südwestlich von Ankara in der zentralanatolischen Region gelegen, besitzt eine reiche Geschichte, die bis in die frühe Bronzezeit zurückreicht. Die Stätte liegt auf einem Hügel nahe dem Sakarya-Fluss und dem Dorf Yassıhöyük und wird vor allem mit den Phrygiern in Verbindung gebracht – einer frühen Kultur, die sich nach dem Untergang der Hethiter in dieser Region niederließ.

Im Laufe der Geschichte war Gordion ein bedeutendes Zentrum der phrygischen Kultur. Im Jahr 333 v. Chr. wurde die Region jedoch von Alexander dem Großen erobert, was das Ende der phrygischen Vorherrschaft markierte. Die Stadt ist besonders bekannt für ihre Verbindung zu König Midas und die Legende des Gordischen Knotens, der der Überlieferung nach von Alexander dem Großen während seiner Eroberung der Stadt gelöst wurde.

Gordion
Verschiedene antike Historiker, darunter Arrian, Justin und Aelian, berichten über die Geschichte des Gordischen Knotens und seine Verbindung zu Gordion. Trotz der langen und faszinierenden Geschichte verfiel die Stadt schließlich und wurde im Mittelalter aufgegeben. Heute gilt Gordion als eine bedeutende archäologische Stätte und als Zeugnis des nachhaltigen Erbes der Phrygier und ihrer Kultur.

Im 8. Jahrhundert v. Chr. errichteten die Phrygier ihre Zitadelle auf einer höher gelegenen Ebene neu, wo vermutlich König Midas, der großen Einfluss auf das phrygische Reich hatte, residierte. In derselben Zeit entstand auch eine befestigte Unterstadt, die etwa zwei Kilometer vom Hauptsiedlungshügel entfernt lag und von Festungen auf beiden Seiten geschützt wurde.

Die phrygische Zitadelle blieb bis zur Ankunft von Alexander dem Großen im Jahr 333 v. Chr. in Nutzung. Danach geriet Gordion zunächst unter die Kontrolle von Lydien im Westen und später unter die Herrschaft von Kyros II. von Persien während dessen Eroberung Kleinasiens. Obwohl die heute sichtbaren Überreste nur einen kleinen Teil der einst über 2000 Jahre alten Anlage darstellen, zeugen sie eindrucksvoll von der reichen Geschichte der Stadt.

In der Umgebung von Gordion befinden sich etwa 150 Grabhügel (Tumuli), die vom 9. Jahrhundert v. Chr. bis zum 3. Jahrhundert v. Chr. datieren. Die meisten dieser Hügel wurden spätestens im 6. Jahrhundert v. Chr. errichtet und liegen häufig an markanten Punkten, die sich harmonisch in die karge Landschaft einfügen. Aufgrund ihrer Größe und exponierten Lage sind diese Tumuli ein auffälliger Anblick für Reisende in der weiten Ebene.

Die Tumuli in der Nähe von Gordion unterscheiden sich stark in ihrer Größe: Einige sind zwischen 3 und 12 Metern hoch, während andere deutlich größer ausfallen. Der Midas-Tumulus, der größte der Anlage, erreicht eine Höhe von 53 Metern und wurde um 740 v. Chr. errichtet. Dieses monumentale Grab gilt nicht nur als eines der ältesten erhaltenen Holzbauwerke der Welt, sondern besitzt auch eine außergewöhnliche kulturelle Bedeutung.

Die meisten Grabhügel befinden sich innerhalb eines Radius von 3 Kilometern um den Hauptsiedlungshügel. Diese Tumuli sowie weitere weiter entfernte Hügel wurden strategisch platziert, um den Macht- und Einflussbereich der Phrygier vom administrativen Zentrum aus sichtbar zu machen.

Aufgrund seiner herausragenden historischen und kulturellen Bedeutung wurde Gordion im Jahr 2012 in die Tentativliste des UNESCO-Welterbes aufgenommen und schließlich im Jahr 2023 offiziell zum UNESCO-Welterbe erklärt.

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