Hattusa – Hauptstadt der Hethiter
Hattusha (Hattusa), die Hauptstadt der hethitischen Zivilisation, war eines der bedeutendsten politischen und religiösen Zentren des Alten Orients. Während des 2. und 1. Jahrtausends v. Chr. spielte die Stadt eine Schlüsselrolle in der Entwicklung von Nordanatolien und Syrien. Paläste, Tempel, Handelsviertel und eine weitläufige Nekropole bieten heute außergewöhnliche Einblicke in diese einflussreiche, jedoch untergegangene Zivilisation.
Die monumentale Architektur von Hattusha ist besonders bekannt für ihre massiven Stadtmauern, die beeindruckenden Stadttore wie das Löwentor und das Königtor sowie die kunstvollen Relieffriese des berühmten Yazılıkaya-Felsheiligtums, eines der wichtigsten religiösen Zentren der Hethiter.
Die Ruinen der antiken Stadt Hattusha befinden sich nahe dem heutigen Ort Boğazkale, etwa 200 km östlich von Ankara, inmitten der weiten anatolischen Hochebene. Die Region war bereits am Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. von einer vorhethitischen Bevölkerung besiedelt und entwickelte sich später zu einem wichtigen Handelszentrum, das auch von assyrischen Kaufleuten genutzt wurde.
In historischen Inschriften als Hattush erwähnt, wurde die Stadt um 1720 v. Chr. von einem hethitischen Herrscher zerstört und zwischen dem 18. und 12. Jahrhundert v. Chr. mehrfach wiederaufgebaut. Die erhaltenen Ruinen und Felsheiligtümer dokumentieren eindrucksvoll diese wechselvolle Geschichte.
Hattusha wurde 1834 erstmals identifiziert, jedoch erst ab 1906 systematisch archäologisch erforscht. Eine der bedeutendsten Entdeckungen war der älteste bekannte Friedensvertrag der Welt, geschlossen zwischen König Hattushili III und Pharao Ramses II. Diese Funde bestätigten eindeutig die Identifizierung der Stätte als Hauptstadt des Hethitischen Reiches. Bis heute arbeiten deutsche und türkische Archäologen gemeinsam an der Erforschung der Stadt.
Im 13. Jahrhundert v. Chr. war Hattusha durch ein ausgeklügeltes doppeltes Verteidigungssystem geschützt, ergänzt durch Vorposten außerhalb der Stadtmauern. Nördlich der Stadt liegt die Osmankayası-Nekropole mit zahlreichen felsgeschnitzten Gräbern. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Yazılıkaya-Felsheiligtum, ein einzigartiges Zeugnis hethitischer Religionskunst und Mythologie.
Zu den eindrucksvollsten Bereichen zählen die südlichen und östlichen Stadtteile mit frühen hethitischen Befestigungsanlagen und unterirdischen Tunnelanlagen. Die untere Stadt im Nordwesten nahe Boğazkale beherbergt einen monumentalen Tempelkomplex, der dem Sturmgott und der Sonnengöttin geweiht war. Umgeben von Lagerhäusern wurden hier Tausende von Keilschrifttafeln entdeckt.
Nördlich dieses Tempelbereichs liegt eine vorhethitische Siedlung, deren Wohnhäuser um einen zentralen Innenhof angeordnet sind. Diese Struktur bietet wertvolle Hinweise auf die frühe Stadtentwicklung Anatoliens.
Südlich des Tempelkomplexes erstreckt sich die obere Stadt mit der imposanten Zitadelle Büyükkale. Die Löwentore im Westen und das Königtor im Osten zählen zu den am besten erhaltenen Monumenten der ursprünglichen fünf Stadttore. Sie liefern einzigartige Einblicke in die hethitische Architektur, Baukunst, religiöse Rituale und Mythologie.
Aufgrund ihrer außergewöhnlichen historischen und kulturellen Bedeutung wurde die antike Stadt Hattusha im Jahr 1986 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen und zählt heute zu den wichtigsten archäologischen Stätten der Türkei.
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