Die unterirdischen Wasserstrukturen in Gaziantep; Livas und Kastels
Gaziantep, das an den Ufern des Alleben Baches liegt, ist seit dem späten 5. Jahrhundert bewohnt. Trotz der C-förmigen Siedlungen, durch die der Bach fließt, leidet die Stadt in den Sommermonaten unter Wasserknappheit. Aufgrund der begrenzten Wasserversorgung war die Nutzung von Wasserstraßen entscheidend für die Entwicklung der Stadt.
Das antike Wassersystem von Gaziantep besteht aus unterirdischen Tunneln, die als Livas bezeichnet werden und Grundwasser aus entfernten Quellen in die Stadt transportieren, sowie aus Wasserkonstruktionen, die als Kastels bekannt sind und das Wasser aus den Livas zu verschiedenen Zwecken verteilen.
Die Livas wurden von Menschen in den Kalkstein gehauen, auf dem die Stadt errichtet wurde. Das Konzept beruht darauf, Wasser aus externen Quellen über unterirdische Tunnel ins Stadtzentrum zu leiten und es durch sorgfältig geneigte Tunnel an größere Städte weiterzugeben, wo es an speziellen Wasserstrukturen abgegeben wird. Mit der Expansion der Stadt wurden zusätzliche Tunnel gegraben, um der wachsenden Wassernachfrage gerecht zu werden. So entstand ein „System von Livas“, das sich wie ein Spinnennetz über die Stadt erstreckt.
Das Wassersystem von Gaziantep umfasst ein Netzwerk unterirdischer Tunnel, die als Livas bezeichnet werden und Grundwasser aus entfernten Quellen in die Stadt bringen, sowie Kastels, Gebäude, in denen das Wasser aus den Livas der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Die Pancarlı Livas-Linie ist die älteste Livas-Linie und transportiert Wasser aus etwa 14 Kilometern nordwestlich der Stadt. Zwar sind Ursprung und Dauer des Baus unbekannt, doch das System hat sich im Laufe der Zeit zusammen mit der Stadt kontinuierlich erweitert.
Die Kastels wurden in unterschiedlichen Tiefen errichtet, abhängig von der Höhe der Livas-Linien. Diese architektonisch beeindruckenden Strukturen entwickelten sich im Laufe der Zeit weiter: Die ältesten Kastels sind vollständig unterirdisch, andere teilweise. Sie enthalten zahlreiche Funktionen wie Pools, Brunnen, Sitzbereiche, kleine Moscheen, WCs und Schwimmbereiche. Kastels dienten zudem als soziale Treffpunkte, an denen Menschen sich versammelten, Geschäfte tätigten und religiöse Zeremonien abhielten. Sie boten zudem an heißen Sommertagen Abkühlung. Heute sind noch sechs Kastels erhalten: Kastel von Pişirici (Beşinci), Kastel von İhsan Bey (Esenbek), Kastel von Şeyh Fethullah, Kastel von Kozluca, Kastel von Ahmet Çelebi und Kastel von İmam Gazali.
Viele dieser Livas und Kastels stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert und wurden 2018 in die vorläufige Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.
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