Ishkani-Kirche
Die Ishkani Kirche befindet sich im malerischen Dorf İşhan, das auf das beeindruckende Tal des Çoruh (Chorokhi) Flusses blickt. Das Dorf gehörte einst zur historischen Region Tao im mittelalterlichen georgischen Königreich.
Die Ishkani Kirche war bis zum 16.–17. Jahrhundert ein bedeutendes kirchliches Zentrum, bevor die Region unter osmanische Verwaltung kam. Die Anlage umfasst heute die Überreste einer monumentalen kuppelüberdachten Hauptkirche, einer kleinen Hallenkapelle sowie weiterer Kirchen und Klosterbauten, die durch archäologische Ausgrabungen freigelegt wurden. Eine georgische Inschrift am Eingang der Kapelle belegt, dass sie von König Gurgen I. († 1008) der Heiligen Mutter Gottes gewidmet wurde.
Das Hauptgebäude ist eine große kreuzförmige Kuppelkirche mit einer Länge von 36,60 Metern und einer Breite von 19 Metern im Kreuzungsbereich. Der westliche Arm misst 15 Meter in der Länge und 9 Meter in der Breite. Die Gesamthöhe der Kirche beträgt etwa 35 Meter, während die Kuppel eine Höhe von 11,4 Metern und einen Durchmesser von 7,86 Metern aufweist. Die Fassaden bestehen aus glatt behauenen Steinquadern, während das hohe, kegelförmige Dach mit dunkelroten und grünen Ziegeln gedeckt ist. Nach Restaurierungsarbeiten wurden die vier Kreuzarme mit Steinplatten versehen und stilistisch einheitlich gestaltet.
Die Ishkani Kirche besitzt einen ungewöhnlichen Grundriss, der das Ergebnis mehrerer Umbauphasen ist. Die Ostseite wird von einer erhöhten Apsis dominiert, die von offenen Exedren umgeben und reich dekoriert ist. Ein hufeisenförmiges Arkadenband ruht auf acht monolithischen Säulen mit kubischen Kapitellen. Ein rechteckiger Ambulatorium-Rahmen umschließt diesen Bereich, während ein Korridor mit seitlichen Öffnungen zu zwei Kammern führt. Die angrenzenden Räume sind höher angelegt und verfügen über doppelt gewölbte Fenster, die in den zentralen Kirchenraum blicken.
Ursprünglich war die Kirche mit umfangreichen Fresken geschmückt. Während viele Wandmalereien im Laufe der Zeit verblassten, sind Teile der Malereien in der Kuppel erhalten geblieben. Die Kuppel der Kapelle ist mit Lapislazuli verziert und zeigt die Kreuzerhöhung. Vier schwebende Engelsfiguren tragen das Kreuz, während auf jeder Seite zweirädrige Streitwagen mit geflügelten Pferden dargestellt sind. Über jedem Wagen befindet sich eine georgische Inschrift, die die Farben der Pferde beschreibt. Viele Forscher deuten diese Szene als die „Vision des Sacharja“ aus dem Alten Testament.
Südlich gegenüber der Hauptkirche befindet sich eine weitere Kapelle mit schlichten Fassaden, die laut einer armenischen Inschrift im Jahr 1003 errichtet wurde. Diese kleine Kapelle enthält Fresken mit einer Darstellung des Letzten Abendmahls an der Apsiswand sowie Christus Pantokrator in der Konche.
Im Zuge der Restaurierungs- und Forschungsarbeiten in Ishkani wurden mehrere weitere Sakralbauten freigelegt, darunter eine große Basilika, zwei Hallenkirchen sowie verschiedene Klostergebäude. Zudem entdeckte man zahlreiche Gräber, die überwiegend aus dem Mittelalter und aus der Zeit des Russisch-Türkischen Krieges stammen.
Während der osmanischen Zeit wurde im westlichen Arm der Kirche eine Moschee eingerichtet. Heute ist die Kirche leider nicht für Besucher zugänglich.
Ishkani ist ein außergewöhnliches Zeugnis der georgischen Geschichte und Kultur. Mit seiner komplexen Architektur, der reichen dekorativen Gestaltung und den eindrucksvollen Wandmalereien zählt es zu den bedeutendsten mittelalterlichen Sakraldenkmälern der Region.
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