Alacahöyük

Alacahöyük

Alacahöyük liegt 45 Kilometer von der Stadt Çorum und 17 Kilometer von der Stadt Alaca entfernt. Die Entfernung nach Boğazköy beträgt 34 Kilometer, nach Ankara etwa 210 Kilometer.

Die archäologische Stätte wurde 1835 erstmals von W. C. Hamilton entdeckt und ist seither ein bedeutendes Forschungsgebiet für Wissenschaftler aus aller Welt, die Zentralanatolien besuchen.

Alacahöyük war seit der Chalkolithischen Zeit kontinuierlich besiedelt und weist vier Hauptkulturschichten bis in die hethitisch-phrygische Zeit auf. Insgesamt lassen sich 15 architektonische Schichten unterscheiden: die Chalkolithische Zeit (4000–3000 v. Chr., Schichten 15–9), die Frühbronzezeit (3000–2000 v. Chr., Schichten 8–5), die hethitische Zeit (1800–1200 v. Chr., Schichten 4–2) sowie die phrygische Zeit (ab 750 v. Chr., oberste Schicht). Die erste Siedlung des Tumulus wurde auf einem Gebiet errichtet, das über dem Meeresspiegel lag und sowohl im Süden als auch durch kleinere Hügel im Norden geschützt war. Als Baumaterialien dienten Steinfundamente, luftgetrocknete Lehmziegel sowie Schilf als Dachabdeckung.

Alacahöyük

In Alacahöyük wurden dreizehn bedeutende Gräber aus der Frühbronzezeit entdeckt, die auf eine vorhergehende chalkolithische Phase mit vier Schichten folgen. Die Gräber der fünften und siebten Schicht befinden sich in einem speziell abgegrenzten Bereich der Siedlung.

Diese Gräber sind einzigartig in Anatolien und stellen die ältesten bekannten Bestattungsriten der Region dar. Sie gehören erwachsenen Männern und Frauen; Hinweise auf Bestattungen von Kindern oder Säuglingen fehlen. Im Gegensatz zu anderen zentralanatolischen Grabtypen sind die Gräber von Alacahöyük einheitlich in Ost–West-Richtung (mit südlicher Neigung) ausgerichtet.

Die Vielfalt der Grabbeigaben ist außergewöhnlich und umfasst Sonnenscheiben, Hirsch- und Stierskulpturen, Schmuckstücke sowie Waffen wie Dolche, Schwerter und Äxte. Diese Objekte wurden aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, darunter gebrannter Ton, Stein, Gold, Silber, Bronze und Kupfer.

Das architektonische System von Alacahöyük während der Frühbronzezeit beruhte auf einer authentischen anatolischen Bautechnik. Die Gebäude bestanden aus Steinfundamenten, luftgetrockneten Lehmziegeln, flachen Decken, verputzten Böden sowie erdüberdeckten Dächern.

Die in Alacahöyük sichtbaren hethitischen Schichten setzen sich aus drei unterschiedlichen Ebenen zusammen. Diese bilden ein Verteidigungssystem in Form einer nahezu kreisförmigen Anlage mit einem Durchmesser von etwa 250 Metern und zwei gegenüberliegenden Eingängen. Einer dieser Eingänge befindet sich nahe dem östlichen Tor mit einer Sphinx-Skulptur, der andere liegt im Westen am Rand des Tumulus.

Am östlichen Tor sind zwei Sphingen dargestellt, die ursprünglich als religiöse Symbole interpretiert wurden. Die Köpfe dieser mythischen Wesen sind äußerst detailreich ausgearbeitet; ihre Körper sind gedrungen mit kurzen Beinen. Zudem ist innerhalb der Darstellung ein doppelköpfiger Adler zu sehen, der ein Kaninchen in seinen Klauen hält.

Die Reliefs auf der Ost- und Westseite des Sphinxtores sind in Flachrelief ausgeführt und reich detailliert. Fast alle Orthostaten des westlichen Turms bilden einen zusammenhängenden Fries. Im unteren Bereich sind Darstellungen von Kult- und Libationsriten zu sehen, während der obere Bereich Szenen von Jagdausflügen zeigt. Hohepriester, König und Königin sind bei einem Fest dargestellt, wie sie vor einem Stier beten, um den Sturmgott zu ehren – ein Motiv, das auch in hethitischen Texten erwähnt wird. Weitere Reliefs zeigen unterschiedliche Phasen der Zeremonie mit betenden Personen vor einer Göttin.

Nachdem man das Sphinxtor durchschritten hat, gelangt man rechts entlang des Eingangsbereichs zu den Fundamenten eines großen hethitischen Gebäudes. Diese Anlage, bestehend aus zahlreichen Lagerräumen und weiteren Komplexen, ist als Mabet-Saray (Tempel-Palast) bekannt.

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